Das Ende meiner Funktionärslaufbahn

Auf dringendes ärztliches Anraten habe ich mich entschlossen, meine Kandidatur als Präsident des Deutschen Schachbunds e.V. nicht mehr weiter zu verfolgen. In den nächsten Wochen werde ich mich so schnell von allen Ämtern zurückziehen, wie es ein geordneter Übergang ermöglicht. Diese Entscheidung habe ich mir nicht leicht gemacht, sehe aber nach intensiven Gesprächen im engsten Familien- und Freundeskreis keine Alternativen.

Während meiner Kandidatur habe ich viel Zuspruch erhalten. Die Unzufriedenheit mit vielen Zuständen im DSB ist groß, wenn auch nicht jedem Kritiker immer bewusst ist, an wen sich seine Kritik richten oder wie die bessere Alternative aussehen sollte. Dieser Zuspruch hat mich motiviert, kam er doch aus vielen verschiedenen Richtungen. Und er hat mir gezeigt, dass ein gar nicht kleiner Teil der Landesverbände, vielleicht sogar eine Mehrheit, frischen Wind statt „weiter so“ wünscht.

Ganz herzlich bedanke ich mich bei meinem Team. Stefan Löffler hat viel organisiert und unter anderem zwei tolle Workshops auf die Beine gestellt, bei denen ich viel über Breiten- und Leistungsschach gelernt habe. Das bei diesen Workshops gesammelte Material wird nicht verloren gehen, sondern an anderer Stelle veröffentlicht. Für die technische Unterstützung dabei danke ich Leonid Löw.

Dann gilt mein Dank natürlich meinen Vizepräsidenten-Kandidaten Jan Werner und Georg Meier. Es war schwer, Menschen zu finden, die bereit sind, nicht nur von der Seitenlinie zu kritisieren, sondern selbst Arbeit zu investieren und sich der nicht immer sachlichen Kritik in den sozialen Medien zu stellen. Es tut mir leid, sie jetzt mit ihrem Engagement alleine zu lassen. Hoffentlich findet sich noch ein*e Kandidat*in, der/die für einen Wechsel steht und mit meinem Team zusammenarbeiten möchte. Weiter bedanke ich mich bei Gerry Hertneck, der sich für den Leistungssport besonders im Frauenbereich einsetzen will.

Nicht zuletzt bedanke ich mich bei Michael S. Langer, der mir als intimer Kenner der Strukturen des organisierten Sports auch über den DSB hinaus viele wertvolle Ratschläge gegeben hat. Es würde vielen gut tun, ihm zuzuhören und seine Meinung ernst zu nehmen.

In den nächsten Wochen werde ich die letzten Aktionen im Berliner Schachverband zuende bringen und die Geschäfte an das Präsidium übergeben. Der Verbandstag im Juni wird über meine Nachfolge befinden. Im Gegensatz zum DSB ist der BSV mittlerweile personell hervorragend aufgestellt. Hier kann ich mich guten Gewissens zurückziehen. Ich freue mich darauf, in den nächsten Jahrzehnten einfach in Ruhe Schach zu spielen (wohl wissend, dass viel Arbeit von vielen helfenden Händen nötig ist, um das zu ermöglichen) und auch meinen anderen Hobbies wieder einen höheren Stellenwert zu geben. Einen Beruf, dem ich gerne noch lange mit Erfolg nachgehe, habe ich auch. Mit dieser Entscheidung habe ich das Fundament gelegt, noch lange ein gesundes und erfülltes Leben zu haben. Damit kann kein Funktionärsamt mithalten, und daher bitte ich für meinen Rückzug um Verständnis.

2 Gedanken zu „Das Ende meiner Funktionärslaufbahn“

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