Zum drittenmal habe ich mir 300$ erspielt, und zum zweitenmal bin ich der Empfehlung von Pokerstrategy gefolgt und bin auf Fixed Limit 0,50$/1,0$ aufgestiegen. Und wieder bin ich mit den Schattenseiten des Erfolgs konfrontiert worden: In den letzten Wochen ist es einfach zu gut gelaufen, und ich habe mich daran gewöhnt, dass alles gelingt. Und prompt hab ich in den ersten 4 Sessions über 60$ verloren. Da waren einige Bad Beats dabei - mit einem Full House noch zu verlieren passiert nicht allzu häufig -, aber gar nicht so wenige Dollar habe ich selbst in den Sand gesetzt.
Konsequenz: Ich habe mal wieder Hände ins Forum bei Pokerstrategy gestellt und mir von den Coaches meine Fehler zeigen lassen. Das macht keinen Spaß, weil dann die ganze Welt sehen kann, wie dämlich ich gelegentlich bin *g*, hilft aber ungemein. Und siehe da: Heute habe ich die erste Session hinbekommen, bei der ich auf dem neuen Limit im Plus war. Plan: dabei bleiben, weiter eifrig Hände posten, und dann schnell auf 600$ kommen. Dann wird ein Wechsel auf Shorthanded-Tische (also mit max. 6 Spielern statt 10) auf dem gleichen Limit empfohlen.
Offensichtlich ist es nicht egal, zu welcher Zeit man online pokert. Wie die meisten Berufstätigen in Deutschland muss ich morgens aufstehen und zur Arbeit, abends bin ich folglich irgendwann dann doch im Bett. Pokern kann ich dann so abends ab 18:00, und spätestens 22:00 fang ich an aufzuhören. Und so machen es auch die meisten Spieler, die bei PokerStrategy gelernt haben. Ich sitze also nur mit guten Leuten am Tisch. Viel Feind, viel Ehr, wenig Geld.
Gelegentlich schaue ich mal morgens vor der Arbeit auf ein paar Hände rein. Und auch am Wochenende kann ich mal am sehr späten abend oder gar am frühen Morgen ein Stündchen zocken. Jetzt ist das Bild ein komplett anderes: Die PokerStrategy-Sharks sind alle noch im Bett oder schon auf der Arbeit. Was bleibt, sind Spieler aus Nationen, in denen Poker eine andere Tradition hat; nicht, dass die besser spielen würden, im Gegenteil: sie spielen for fun und akzeptieren, dass eine Stunde Spaß 10$ oder mehr kostet. Oder sie kommen vom Feiern, und der dort genossene Alkohol macht sie besonders mutig. Während ich hier schreibe, versucht ein Australier ein ums andere Mal, mich mit Schrott aus der Hand zu Bluffen. Er will mir einfach nicht glauben, wenn ich eine 3bet am Turn abliefere, dass ich dann auch was auf der Hand habe, und muss unbedingt auch am River noch mindestens einen Raise loswerden. So komme ich in guten Sessions (die leider nicht allzuhäufig sind) auf Winrates von bis zu 15 BB/100 Hände. Wenn man sich darauf verlassen könnte, könne man schon vom Fixed Limit 0,25$/0,50$ leben …
Erste Blogversuche habe ich schon hinter mir. Bei MySpace habe ich über meine ersten Versuche beim Pokern berichtet.