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20. Dezember 2011

Die Parteienlandſchaft verarmt

Abgelegt unter: Politik — qno @ 14:17

Es gibt in Deutſchland keine liberale Partei. Aktuell ſchafft ſich eine ab, die ſich liberal nennt. Die hat auch einige prominente Mitglieder, die die Freiheitsrechte der Bürger gegenüber dem Staat hochhält. Anſonſten agiert ſie „marktliberal“. Das klingt nach Marktwirtſchaft, hat damit aber nichts zu tun. Marktwirtſchaft beruht auf der Freiheit jedes Mitwirkenden. Die ehemalige Pünktchenpartei verſchafft ausgewählten Marktteilnehmern Privilegien, die die Freiheit aller anderen beſchränken. Ziel iſt der Kapitalismus, die Herrſchaft des Kapitals, ſtatt Demokratie, der Herrſchaft des Volkes. Freiheit? Freiheit von Verantwortung und ſittlicher Verpflichtung!

Es gibt in Deutſchland keine konſervative Partei. Konſervativ bedeutet: Sich anſchauen, was gut und bewährt iſt und daran feſthalten. Eine lobenswerte Einſtellung, beſonders wenn es um Werte geht. Die ſich konſervativ nennende Partei zerfällt in zwei Flügel: Dem einen kann es mit Änderungen gar nicht ſchnell genug gehen. Was möglich iſt, wird getan, ſolange es nur den Anſchein erweckt, ein anſtehendes Problem werde gelöſt. Der andere will keine Veränderung zu Lebzeiten, egal, wie ſehr Probleme unter den Nägeln brennen. Konſervativ? Konſervierung der eigenen Macht!

Es gibt in Deutſchland keine sozialdemokratiſche Partei. Der linke Flügel der Partei, die ſich ſo nennt, will Wohlſtand für alle, vergißt, daſs der erwirtſchaftet werden muſs, und erreicht auf Dauer nur Schulden für alle. Der rechte Flügel hat begriffen, daſs verdient werden muſs, was verteilt werden ſoll, bleibt da aber ſtehen und verzichtet auf’s Verteilen.

Es gibt in Deutſchland keine ökologiſche Partei. Die, die ſich ſo nennt, fordert nach wie vor den ökologiſchen Umbau. Und blockiert ihn dann vor Ort. Bahnlinien, Speicherſeen, Windkraftwerke: Ja, aber nicht vor der eigenen Haustür.

Was haben wir ſtattdeſſen? Eine Menge von Parteien, die bei jedem Thema zuerſt einmal erforſchen, was ihr Wahlvolk denkt, und das dann zum tagesaktuellen Programm erheben. Das Grundgeſetz verlangt: Parteien wirken bei der Willensbildung des Volkes mit. Lange hat man kritiſiert, daſs ſich die Parteien ein Willensbildungsmonopol erobert haben. Heute: Parteien laufen der Willensbildung des Volkes hinterher. Ein eigener Standpunkt, der nicht zuvor in Hunderten von Geſprächslabors geteſtet wurde, macht unverwechſelbar – und damit angreifbar. Und ſo erleben wir, daſs die Volksparteien populiſtiſch geworden ſind, programmatiſch austauſchbar, und daſs ſie ſich im Perſonal unterſcheiden, ſcheint auch kein Vorteil für die eine oder andere zu ſein. Die kleinen Parteien nehmen ihre Klientel für das ganze Volk und verhalten ſich anſonſten wie die Großen.

Vor einiger Zeit iſt die Hoffnung entſtanden, es könne Bewegung in die Parteienlandſchaft kommen. Eine Partei, die aus maritimen Straftätern Symphatieträger gemacht hat, hat in Umfragen und zuletzt auch in einer Wahl erſtaunliche Ergebniſſe erreicht. Ihr Erfolg beruhte bis dahin auf einem einzigen Thema. Inzwiſchen verſucht ſie ſich thematiſch weiter aufzuſtellen – und verweigert bei vielen Themen die Feſtlegung. Es wird auf den gleichen Klientelpopulismus wie üblich hinauslaufen: Freiheit für das Internet, und anſonſten bloß niemanden erſchrecken. Alles wie gehabt.

13. Februar 2010

Lohnabstandsgebot

Abgelegt unter: Politik — qno @ 14:53

Michael Fuchs, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag und von der Süddeutschen Zeitung zum Wirtschaftsexperten erhoben, stellte in einem Gespräch mit der Rheinpfalz am Sonntag zu Recht fest, dass das Bundesverfassungsgericht in seinem Hartz IV-Urteil nicht höhere Leistungen, sondern eine “differenziertere Darstellung” verlangt hat. Und seinem Satz “Es kann nicht sein, dass die ’Hartz IV’-Bezüge eine Höhe erreichen, dass sich eine Beschäftigung im Niedriglohnbereich nicht mehr lohnt” kann man auch nur zustimmen.

Leider zieht er die falschen Schlüsse. Karlsruhe verlangt, dass endlich über Hartz IV das tatsächliche Existenzminimum abgesichert wird. Dessen Höhe kann von der Politik nur festgestellt, nicht aber festgelegt werden. Ich war sehr erstaunt, in dem Zusammenhang ausgerechnet von Horst Seehofer einen vernünftigen Beitrag zu hören, dem offensichtlich als erstem Politiker aufgefallen ist, dass die Höhe des Existenzminimums betragsmäßig regional variiert. Wenn ich das Münchener Existenzminimum hier in Rimpar ausgezahlt bekäme, wäre vermutlich der größte Anreiz zum Ausüben einer Erwerbsarbeit entfallen. Bekäme hingegen ein Münchener das Rimparer Existenzminimum, wäre er akut vom Hungertod bedroht.

Zurück zu Herrn Fuchs und dem Lohnabstandsgebot. Wenn das Existenzminimum eine praktisch nicht beeinflußbare Größe ist; wenn damit die Höhe der Hartz IV-Sätze feststeht; und wenn dann noch ein Abstand zum Arbeitslohn bestehen muss - wo ist dann die Variable, die die Politik steuern kann? Na? Ja, richtig, es ist die Höhe des Lohnes. Michael Fuchs hat es sicher nicht gewollt, aber er hat hier stringent begründet, wieso ein Mindestlohn nicht nur wirtschafts-, sondern auch sozialpolitisch  dringend erforderlich ist. Das Problem bei der Verletzung des Lohnabstandsgebots sind nicht zu hohe Transferleistungen, sondern zu niedrige Löhne.

4. November 2009

Bayern München entlässt Trainer van Gaal

Abgelegt unter: Satire — qno @ 00:38

München - Nach der erneuten Niederlage gegen Girondins Bordeaux hat sich der FC Bayern München mit sofortiger Wirkung von seinem Trainer Louis van Gaal. Wie Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge bestätigte, zog der Verein damit die Konsequenz aus der anhaltenden sportlichen Erfolglosigkeit der Mannschaft. “Wir haben in München laut unserer Satzung das Recht, jedes Jahr Meisterschaft, Pokal und Champions League zu gewinnen. Es ist mir unverständlich, wie inkompetente Trainer es immer wieder schaffen, dieses Recht zu verwirken”, so Rummenigge.

Sein Stellvertreter UliHoeneß ging ins Detail: “Wir haben begabte Durchschnittsspieler wie Gomez mit hohen Ablösesummen zu internationalen Stars geformt. Wenn eine Mannschaft, die soviel Geld gekostet hat, keinen Erfolg hat, kann das ja nur am Trainer liegen.”

 

Wie es nun weitergehen soll, skizzierte Präsident Franz Beckenbauer. “Wir haben in der letzten Saison mit zwei Trainern gearbeitet”, so der Kaiser. “Das scheint nicht auszureichen. Wir werden daher in dieser Saison drei bis vier Trainer beschäftigen. Und wenn das nicht ausreichen sollte, sind wir auch bereit, nach jedem Pflichtspiel den Trainer auszuwechseln.”

 

Wie aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen verlautbart, soll Lothar Matthäus die Nachfolge van Gaals für zwölf Pflichtspiele antreten. Dafür soll er offenbar 21 Millionen Euro erhalten. Nach dem 12. Spiel soll sein Vertrag wegen fehlender sportlicher Erfolge aufgelöst und eine Abfindung von weitern 12 Millionen gezahlt werden. Über weitere Vertragsbedingungen wie die öffentlichen Beschimpfungen durch FCB-Funktionäre kurz vor Vertragsende herrscht noch Stillschweigen.

15. März 2009

Hotel am Wald Marktredwitz

Abgelegt unter: Hotels — qno @ 17:02

Jetzt komme ich endlich einmal dazu, mein erstes Stammhotel vorzustellen: Das Hotel am Wald in Marktredwitz. Ein gemütliches Haus, geführt von der Inhaberfamilie, die auch sehr großen Wert auf offenes, freundliches Personal legt. Die Küche ist solide, das Frühstücksbuffet vollständig (für Spätaufsteher gibts manches nur auf Wunsch, aber da darf man sich halt nicht genieren). WLAN gibts in allen Zimmern, wird ständig ausgebaut, und sollte einmal kein Empfang möglich sein, gibts immer noch Kabelanschluss. Hier komme ich jetzt schon seit drei Jahren hin, und ich bin noch nie enttäuscht worden.

4. März 2009

Hotel zur Isar Plattling

Abgelegt unter: Hotels — qno @ 14:27

Noch vom letzten Erlebnis kochend, fand ich abends um neun das Hotel zur Isar in Plattling. Auch hier gabs die telefonische Zusage, dass das freie Einzelzimmer, das für mich vorgesehen war, funktionierendes Internet habe. Nach Ankunft stellte sich auch hier heraus, dass dies nicht der Fall ist. Das Haus hat zwei WLAN-Netze: Einmal den T-Mobile-Hotspot, der kostenpflichtig ist, zum anderen ein kostenloses Netz, das über einen Lancom-Router verwaltet wird. Und es stellte sich heraus, dass in diesem Zimmer keines der beiden Netze empfangbar war. Immerhin ist der Besitzer kompetent genug, um die Problematik zu verstehen. Und so hat er mir nach einem weiteren Fehlversuch ein Zimmer gegeben, das zwar eine Kategorie höher war, aber dafür wirklich funktionierendes Netz hatte. Jedenfalls oberflächlich. Und er klang zwischen den Zeilen so, als ob derjenige, der ihm das WLAN eingerichtet hat, demnächst ein paar ungemütliche Tage hat …

Ich saß also mit WLAN im Zimmer. WWW funktioniert wunderbar, ok, etwas langsam, aber schließlich teilt sich das ganze Hotel einen einzigen Anschluss, da muss man schon ein paar Einschränkungen machen. Auch ICQ läuft, eMail lässt sich abrufen … das Erschrecken kam, als ich einen PostgreSQL-Clienten nutze. Port 5432 - Fehlanzeige. Gesperrt. Das gleiche Schicksal erleidet der SSH-Port. Der Microsoft Web-Messenger findet keinen Kontakt, während Skype klaglos funktioniert. Zum Glück habe ich in der Lobby Verbindung zum T-Online-Hotspot gefunden, wo ich in zehn Minuten die wichtigsten Dinge auf diesen Ports regeln konnte.

Das Abenteuer setzte sich dann beim Frühstück fort. In den zwanzig Minuten Aufenthalt im Frühstücksraum fand es der Service nicht einmal für notwendig, sich nach meinen Wünschen bezüglich eines Heißgetränks zu erkundigen. Ein Vorratsbehälter für Rührei war vorhanden, das dazugehörige Rührei hingegen nicht. Die Brötchen gäben hervorragende Anschauungsobjekte für ein Archäologie-Seminar ab. Furchtbar.

Immerhin war die Reaktion des Hotelchefs positiv. Es könnte für Interessenten Sinn machen, in den nächsten Tagen dort eine Bewerbung für die Stelle im Frühstücksservice abzugeben. Und auch die WLAN-Probleme sind angekommen und werden gelöst. Ich bin zwar immer skeptisch, wenn Chefs für alle Probleme externe Schuldige präsentieren, aber in dem Fall hat er mich überzeugt, dass er wirklich erstmal selbst Opfer ist. Sofern ich in ein paar Monaten mal wieder in der Gegend bin, werde ich mir anschauen, ob er Konsequenzen gezogen hat; das Haus selbst gefällt mir nämlich ganz gut, und 43,- pro Nacht ist auch bezahlbar.

Fazit: Wenn die nötigen Verbesserungen durchgeführt werden - gerne wieder. Ansonsten werde ich anderen Gästen da keinen Platz wegnehmen.

3. März 2009

Hotel Liebl Plattling

Abgelegt unter: Hotels — qno @ 23:41

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen gab es heute einen Reinfall. Ich habe im Hotel Liebl in Plattling gebucht. Ein schönes ***superior-Haus mit gemütlichem Restaurant. Und ich glaubte schon, Glück zu haben: Alle Einzelzimmer besetzt, aber man bot mir gleich das Familienappartement zum EZ-Preis an - der Vorteil des Spätbuchers. Morgens um neun bekommt man solche Angebote noch nicht. Nur zur Sicherheit habe ich noch zweimal nachgefragt, ob das Hotel und insbesondere das Zimmer WLAN hat - hat es, natürlich.

In der Tat, hatte es. Immerhin in der Hälfte der Zeit wurde der Hotspot gefunden,  eine Verbindung kam nie zustande. Betretene Gesichter beim Personal. Und ich habe meine Zeit ja gestohlen, deshalb macht es mir ja auch nichts aus, die schönste Zeit des Abends mit der Suche nach einem Hotelzimmer zu verbringen. Irgendwann kümmert sich da mal ein Anwalt drum.

Fazit: Nicht nochmal.

Hotel Pegasus München

Abgelegt unter: Hotels — qno @ 23:36

Ich durfte also gestern abend kurzfristig ein neues Hotel suchen. Man glaubt gar nicht, wieviele kleine McDonalds es in München gibt, die keinen Parkplatz in der Nähe und dann auch noch keinen Hotspot haben … irgendwann habe ich ein passendes gefunden und von dort aus das Hotel Pegasus. Etwas südlicher, aber mit dem Auto noch gut zu erreichen. Ein ***superior-Haus, wenn ich das Schild an der Eingangstür richtig gelesen habe. Die Einrichtung der Zimmer ist solide, wenn auch sicher nicht weltbewegend. Sauna, Solarium und Fitness-Raum konnte ich aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit mal wieder nicht nutzen.

Weltklasse ist hingegen das Frühstück. Die Auswahl an herzhaften Brotbelägen von Lachs bis zu verschiedenen Pasteten ist genial. Lediglich die Auswahl an Ei ist “nur” niveaugerecht.

Fazit: Ich bin demnächst eine ganze Woche in München. Und ich habe alle Übernachtungen in diesem Hotel bereits gebucht.

17. Februar 2009

Hotel Kent München

Abgelegt unter: Hotels — qno @ 22:13

Stellen Sie sich einen Agentenfilm vor, der im München der 50er Jahre spielt und in den 70ern gedreht wurde. Käme in diesem Film ein Hotel vor, es wäre das Hotel Kent in München. Das Ambiente ist sehr … tja, interessant. Die Schilderung der Besetzung, vom Nachtportier bis zu den Gästen, erspare ich mir. Aber ich bin schon zum wiederholten Male hier, denn meine Mindeststandards werden hier zu für München sehr günstigen 59,- EUR erfüllt. Der Preis enthält kein Frühstück, das ich hier nur ein einziges Mal … genossen habe.

Hotel Residenz Bavaria Bad Reichenhall

Abgelegt unter: Hotels — qno @ 22:08

Nirgendwo habe ich mehr Schwierigkeiten mit meinen eigenen Mindeststandards gehabt als in Bad Reichenhall. Dazu kommt, dass die Zahl der ***-Hotels hier recht überschaubar ist. Und so bin ich schon zum zweiten Mal eine Klasse höher gelandet. Das Hotel Residenz Bavaria ist offensichtlich auf Touristen eingestellt. Informationsveranstaltungen zu Ort und Umgebung werden im Hause angeboten. Der Wellness-Bereich ist wirklich schön, schade, dass ich nie Zeit habe, ihn zu nutzen. So bleibt mir nur der Trost des großen, gut und bequem eingerichteten Zimmers (auch wenn ich die Laptop-Steckdose immer erst freischaufeln muss) und des großen Frühstücksbuffets.

Fazit: Ein willkommenes Durchbrechen des ***-Hotelalltags.

15. Februar 2009

Hotel Gäubodenhof Straubing

Abgelegt unter: Hotels — qno @ 23:33

Nachtrag vom Freitag, 13.02.09: Ich habe eine Nacht im Hotel Gäubodenhof in Straubing verbracht. Die Zimmer sind recht schön in Naturholz mit Klarlack eingerichtet. Es ist kategoriegerecht Raum vorhanden. Kleines Bonbon: Es sind zwar wie üblich zuwenig Steckdosen in der Wand, aber vor einiger Zeit hat eine mitleidige Seele eine Mehrfachsteckdose eingebracht, und so konnte ich Laptop und Handy aufladen. Nichtraucherzimmer ist Standard, und der WLAN-Empfang vom HotSpot funktioniert einwandfrei. Das Frühstück ist reichhaltig und bis 10:30 Uhr offen. Was nach zehn fehlt, wird vom freundlichen Personal angeboten oder auf Anforderung gebracht. Soweit, so gut bis sehr gut.

Nachteile: Zum Einen ist das Haus sehr hellhörig, sowohl nach aussen als auch trotz der Doppeltüren nach innen. Zum anderen habe ich den Sinn der Konstruktion, vor den Heizkörper bodenlange Gardinen und Vorhänge zu hängen, nicht verstanden: Das Zimmer ist entweder dunkel oder warm. Beides gleichzeitig wird schwer.

Fazit: Nicht schlecht, aber ich werde mir bei Gelegenheit noch Alternativen anschauen.

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